Bibel in einem Jahr
November 7

1. Menscherl, nimm ayn scharffs Schwert und scher dyr dyrmit d Haar und önn Bart ab! Aft nimmst ayn Waag und wögst d Haar.
2. Ayn Drittl dyrvon verbrennst mittn in dyr Stat, wenn de Belögerungszeit umhin ist. Dös zwaitte Drittl zhaust mit n Schwert drausst um d Stat umydum. Und dös dritte laasst von n Wind verwaen. Dös verfolg i aft mit n Schwert.
3. Ayn Öttlych Haerln nimmst und binddst ys in aynn Zipfl von deiner Kuttn einhin.
4. Aber aau von dene tuest non ain auf d Seitt und verbrennst ys in n Feuer. Von daadl gaat s Feuer übergreiffen auf allsand Isryheeler.
5. Yso spricht dyr Herrgot, dyr Trechtein: Daa ist also Ruslham, wie i s mittn unter d Völker und Lönder rund umydum einhingsötzt haan.
6. Aber es haat si yn meine Weisungen und Vorschriftn örger widersötzt wie allsand Lönder umydum. Meine Satzungen habnd s missachtt und si um meine Gsötzer nix gschert.
7. Drum sait dyr Trechtein, mein Got: Weilß is ös non vil örger tribn habtß als wie de Dietn umydum, nit naach meine Gsötzer und Vorschriftn glöbt, ja, nit aynmaal naach de Bräuch von de Völker umydum ghanddt habtß,
8. drum, sait dyr Herr, mein Got, bist ietz fällig, Ruslham. Vor de Augn von de Haidndietn gaa i di aburtln.
9. Wögn all deine Grauln tue i mit dir öbbs, was i non nie taan haan und aau nie meer tuen +gaa.
10. Dann gaand mittn in dir Vätter ienerne Kinder frössn und umkeerter. I laaß di gscheid einhin und verstraeu die Leut von dir, wo non übrig bleibnd, waiß grad wo auf dyr Welt.
11. So waar i löb, sait dyr Herr, mein Got, weilst mein Heiligtuem mit deine gantzn Götzn und Grauln gunraint haast, scher i di kal; und dös ziegh i durch aane Mitlaid und Gnaad.
12. De drittltn Leut gaand an Seuchn sterbn und verhungern. Dös zwaitte Drittl fallt vür dyr Stat drausst eyn n Krieg. Und dös lösste Drittl verstraeu i waiß grad wo in dyr Welt, und önn Krieg schick i ien aau non auf s Gnägg.
13. Yso trud i meinn Zorn ab und laaß mein Wuet an ien aus; dös brauch i ainfach. Aft gspannend s schoon, däß i, dyr +Herr, dös gwösn bin, weil s myr ainfach glangt haat.
14. Ruslham, i mach di zo aynn Trümmerhauffen und zo aynn Gspot für d Naachbyrdietn. Ayn Ieds, wo vorbeikimmt, kan syr dös anschaun.
15. Zannen und blecken künnend s über di, und ayn abschröckets Beispil werst für d Völker umydum, wenn i di in meinn Zorn und meiner Wuet straaf und büessn laaß. Dös sag dyr i, dyr Trechtein.
16. Wenn i meine Pfeil auf enk Ruslhamer schieß, tue i s, däß i enk vernicht. Meine Pfeil seind d Hungersnoot; und dö laaß i allweil örger werdn, hinst däß s Broot +ganz ausgeet.
17. Ayn Hungersnoot und Raaubtierplaag bring i über enk, däß s enk enkerne Kinder raaubnd. Pest und Gmötzl sollt über di kemmen, wie s halt ist in n Krieg. Dös sag i, dyr Herr.
1. Yn n Trechtein sein Wort ergieng an mi:
2. Menscherl, ietz packst d Hoehn von Isryheel an, d Nimetn, und weissagst ien:
3. Ös Hoehn von Isryheel, hoertß ys Wort von n Herrn, meinn Got! Yso sait dyr Trechtein, mein Got, zo de Berg und Hugln, Schluftn und Täler: I selbn bring önn Krieg über enk und hau enkerne Nimetn zamm.
4. Enkerne Ältter werdnd vernichtt und enkerne Raucktisch zammghaut, und d Leut laaß i vor enkerne Götzn toot umfalln.
5. I schmeiß yn de Isryheeler ienerne Leichnäm vor enkerne Götzn hin und verstraeu ienerne Bainer rund um d Ältter.
6. Überall bei enk werdnd d Stötn ztrümmert und d Nimetn verwüestt. Enkerne Ältter werdnd zammghaut und veroednd, enkerne Götzn werdnd zschlagn und schwinddnd dyrhin, enkerne Raucktisch ztremmlnd s; und dös wär aft s End von enkern gantzn Machwerch.
7. Und überall lignd d Leichnäm umaynand. Dann gspanntß is schoon, däß i dyr Herr bin.
8. Ain von enk laaß i allerdings übrig. I laaß s önn Krieg überlöbn, wenntß waiß grad wo in dyr Welt unter die Dietn vertribn seitß.
9. Die von enk, wo entrunnen seind, gaand aft s Denken anfangen und si an mi innern, wann s bei de Dietn in dyr Verbannung seind. Dann seghnd s ein, däß s durch iener Untreu mein Eer verlötzt habnd, wie s von mir nix meer wissn gwollnd und yn de Götzn naachhinlieffend. Dann kriegnd s selbn aynn Abscheuhen vor dene Grauln, wo s begangen habnd.
10. Sö dyrgneussnd aft, däß i dyr Herr bin und ien nit aus Gaudi dös gantze Unheil androot haan.
11. Yso spricht dyr Herr, mein Got: Klatschtß recht schadnfroo und stampftß eyn n Bodm hin, und schreitß: Wee de Isryheeler wögn ienerne Bluetsgrauln! Drum gaand s aau durch Krieg, Hunger und Seuchn umkemmen.
12. Wer weit wögg ist, dönn haat de Pest; wer daa ist, der fallt in n Krieg. Und wer daa non auskimmt, der verhungert. Yso laaß i meinn Grimm an ien aus.
13. Wenn aft de Dyrschlagnen überall bei ienerne Götznbilder und Ältter umaynandflackend in de Nimetn eyn de Hoehn obn, unter allsand üeppignen Baeum und schatignen Aichenn, überall, wo s halt yn ienerne Götzn allsand recht dargrauckt habnd, naacherd gaand s schoon gneussn, däß i dyr Herr bin.
14. I schlag gögn ien loos und mach iener gantzs Land zo ayner Oed, von n tieffn Sundn hinst eyn n äusserstn Nordn. Dann kennend s, däß i dyr Herr bin.
169. Trechtein, lustert auf mein Rueffen; gib myr Einsicht, wiest myr glübt haast!
170. Acht halt drauf, wenn i di anfleeh; reiß mi ausher naach deinn Anthaiß!
171. Über geet mein Mäul von Lobpreis, denn du leerst myr deine Gsötzer.
172. I besing aft deine Worter. Du haast allss rechtförtig föstglögt.
173. Hoer nit auf, mir bständig z helffen, denn dein Traun ist mir dös Eerste!
174. Trechtein, wennst myr non grad aufhälffst! Froo macht mi dein gantze Zeugnuss.
175. Laaß mi löbn, däß i di lobn kan! Werst y diend mi wider stützn?
176. I bin wie ayn hilflooss Bezleyn, waiß nit weiter in dyr Oed. Suech mi decht, deinn treuen Diener! Nie vergaess i dein Gebot.
14. Saelig, wer önn Herrn staets firchtt; harte Hertzn müessnd wögg.
1. Drum, ös heilign Brüeder, woß mit für n Himml grueffen seitß, schautß auf n Iesenn, önn Kündder und Hoohpriester von dönn Traun, wo mir bekennend!
2. Er ist yn *dönn* treu, wo n eingsötzt haat, wie s aau dyr Mosen yn n +Hauswösn Gottes war.
3. Dyr Iesen aber empfieng aynn groessern Rued als wie dyr Mosen, yso wie der, der wo s Haus baut, aynn groessern Ruem gniesst als wie s Haus.
4. Denn ayn ieds Haus werd von öbbern baut; wer aber allss baut haat, dös ist dyr Herrgot.
5. Dyr Mosen war in n gantzn Gotteshaus als +Diener treu und gmueß zeugn dyrfür, wenn dyr Herrgot non öbbs künddn gwill.
6. Dyr Heiland ist dyrgögn als +Sun yn n Gotshaus treu. Und sein Haus seind mir, wenn myr non grad fraidig und von Hertzn bei dyr Hoffnung bleibnd.
7. Behertzigtß drum, was dyr Heilig Geist sait: "Wenntß also heut sein Stimm hoertß,
8. schalttß nit auf starrig wie bei n Aufruer, wie enkre Vätter in dyr Wüestn, dyrselbn, daa wo s mi auf de Prob gstöllnd!
9. Dort gversuechend s mi, von enk de Gönen, und haetnd doch vierzg Jaar gseghn ghaat, was i tue. Mit seln Kunn war i drum förtig, und i gsag
10. myr: 'Die seind eebig auf n Holzwög. Mit meinn Willn habnd s nix eyn n Sin, die.'
11. In meinn Zorn schwor i aynn Aid drum, däß die nie mein Fridland seghn gaand."
12. Göbtß Obacht, Brüeder, däß kainer von enk so äbig und unglaaubig werd, däß yr von n löbndignen Got abfallt,
13. sundern ermantß aynand, so lang non Zeit ist, nit däß d Sündd von enk ain voll eyn ire Krälln zwaast!
14. An n Kristn habn myr dann grad Tail, wenn myr hinst eyn s End so fraidig durchhaltnd wie eyn n Anfang.
15. Drum haisst s: Heut, wanntß sein Stimm hoertß, verbaintß enk fein nit wie bei n Aufruer!"
16. Wer +warnd n naacherd die, wo ghoert haetnd und si dennert aufglainend? Warnd s n nit allsand, wo unter n Mosenn aus Güptn auszogn warnd?
17. Wer +war n yn n Herrgot vierzg Jaar lang zwider? Öbby nit die Sünder, wo als Leichenn eyn dyr Wüestn hintblibnd?
18. Wem +haat yr n gschworn, däß s nit eyn sein Fridland kemmend, wenn nit yn de Ungfölgignen?
19. Und mir seghnd, däß s wögn ienern +Unglaaubn nit einhin kunntnd.
Bavarian Bible 1998
De Bibl auf Bairisch (Sturmibibl, 1998)